Das Buch…

…  zum Familien- und Fortpflanzungswahnsinn. Und so beginnt es:

„Das war jetzt wieder nix“, seufzt Jutta.

Zwanzig Sekunden nach dem Sex ist so ein Satz an und für sich keine freundliche Geste. Aber die Sache ist ganz anders, ehrlich. So wie Jutta jetzt entspannt und noch immer ein bisschen kurzatmig neben mir liegt, kann es nicht so schlimm gewesen sein. Glaube ich zumindest. Es war ja auch nicht das erste Mal. Und Jutta hält es nun schon sechs Jahre mit mir aus. Also, da hätte sie ja schon vorher bestimmt mal was gesagt, von wegen Schmarrn im Bett und so.

Dass ich auch nach dem Sex noch gern bei ihr bin, ist für mich der beste Beweis, dass ich Cover "In Unterzahl"sie liebe. Ich mag es einfach, wie sie mit ihren halblangen, braunen Locken neben mir in der Dämmerung sinniert. Jutta hat mir nie das Gefühl gegeben, ich müsste so schnell wie möglich flüchten, sobald ich meine Kleidung im Raum geortet habe. Das war in der Vergangenheit, also in der Vor-Jutta-Zeit ganz anders. Früher endete so manche Liebesnacht mit einem großen Fluchtreflex. Wenn es die Situation erforderte, war ich dabei ähnlich akrobatisch wie die Larve des Sandlaufkäfers. 

Jutta blickt auf ihr Handy und legt es enttäuscht weg. „Nein, das hat wieder nicht funktioniert“, wiederholt sie. „Trotz App. Heute ist doch der dritte Oktober, oder? Ich müsste gerade sehr fruchtbar sein. Aber ich spüre richtig, wie das jetzt wieder nicht eingeschlagen hat.“

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